Ursula Poznanski: Elanus

wp-1474641545691.jpegJona ist 17 und ein Genie. Mit Stipendium wurde er an einer der begehrtesten Privatunis Deutschlands aufgenommen. Schon schnell merkt er in seiner Gastfamilie, wie schlecht er wiedereinmal mit Sozialkontakten ist. Auch an seinem ersten Tag an der Uni macht er sich nicht gerade beliebter, sowohl bei seinen Kommilitonen als auch bei seinen Mitstudenten. Jona ist besserwisserisch und vorlaut. Und er hat ein geheimes Hobby: Er besitzt eine Drohne, mit der er die Menschen seines Umfeldes heimlich beobachtet. Dabei stößt er allerdings auf Geheimnisse, die ihm ziemlich gefährlich werden können – vor allem, als an seinem zweiten Tag an der Uni einer seiner Dozenten tot aufgefunden wird.
Elanus, betitelt nach dem Namen, den Jona seiner Drohne gab, war mein erstes Buch von Ursula Poznanski. Was mich vor allem gereizt hat, dieses Buch zu lesen, war der so untypisch unfreundliche und komplizierte Protagonist! Doch dadurch, dass die Geschichte aus Jonas Sicht erzählt wird, sieht man nicht nur seine Unfreundlichkeit und herablassende Haltung, sondern auch, dass er seine Handlungen reflektiert und sich oft genug ärgert, wie sozial inkompetent er oft ist. Ein spannend vielschichter Charakter!

Ursula Poznanski war mir als Autorin bekannt, mit deren Bücher man lesefaule Jungs an Bücher heranführen kann. Dazu trägt sicherlich hier auch das aktuelle Thema Drohnen bei! Ich kenne mehrere, auch in den 20ern und 30ern, die liebend gern so ein kleines Spielzeug hätten! Letztlich geht es aber gar nicht so sehr darum, inwiefern eine Drohne nun ethisch und rechtlich vertretbar ist oder eben nicht, sondern vor allem um das dunkle Geheimnis, dass diese Universität verbirgt. Dabei ähnelt das Buch schon sehr dem klassischen Thriller: Eine Privatperson verstrickt sich in etwas und muss – mit ein, zwei Paar helfenden Händen an ihrer Seite – ohne polizeiliche Hilfe den Fall aufklären und die Täter überführen, wobei sich der Protagonist selbst in Gefahr begibt. Dies wird hier richtig gut umgesetzt. Ich brauchte am Anfang etwas, bis Spannung bei mir aufkam, aber dann wurde die Story immer rasanter und die Spannungskurve immer steiler. Die letzten 100 Seiten riss mich das Buch dann nur so mit.

Ich würde Elanus ab 14 empfehlen, auch da Jona mit seinen 17 doch schon etwas älter ist und jüngeren die universitären Strukturen sicher auch nicht so bekannt sind. Mädchen spielen natürlich auch eine Rolle, aber eher untergeordnet und dann ziemlich harmlos.

Was mich letztlich sehr gestört hat, ist, dass einerseits ein sehr realitätsnahes Umfeld kreiert wird (bürgerliche Familie in einer Kleinstadt), andererseits dort dann eine sehr abgehobene Verschwörung aufgedeckt wird, die eben nicht in dieses Milieu passt. Jüngere Leser werden sich da aber sicherlich nicht sehr dran stören. (Und ist noch jemandem aufgefallen, dass Elanus total wie Erebos klingt?!)

45 Weitere Infos und Leseprobe.

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