Melanie Raabe: Die Falle

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Melanie Raabe lebt in Köln. Sie ist Journalistin, Autorin und Bloggerin. Ihr Debüt Die Falle wurde mittlerweile in viele Sprachen übersetzt, und auch die Filmrechte wurden schon verkauft.

Vor zwölf Jahren fand Linda Conrads ihre ermordete Schwester in deren Wohnung, als der Täter gerade flüchtete. Obwohl sie sein Gesicht klar gesehen hat, konnte ihn die Polizei bis heute nicht finden. Zutiefst traumatisiert igelte sie sich immer weiter ein und hat seit nunmehr zehn Jahren ihr Haus nicht mehr verlassen. Sie ist eine erfolgreiche Autorin, kann also von zu Hause aus arbeiten, und hat eine Assistentin, die sich um alle Erledigungen kümmert. Sie kommt also vollkommen klar in ihrer kleinen Welt. Doch das ändert sich, als sie im Fernsehen den Mann sieht, den sie damals aus der Wohnung ihrer Schwester hat flüchten sehen. Sie entwickelt einen perfiden Plan, ihn ihn ihr Haus zu locken, und ihn zu überführen.

Die Falle kam schon vor über einem Jahr raus, und so lange besitze ich dieses Buch auch schon. Ich konnte mich aber nie überwinden, es zu beginnen, was vor allem an dem Hype um das Buche lag. Von so vielen Leuten hörte ich, wie toll und spannend es sei. So etwas schreckt mich meist sehr ab (ich brauchte zum Beispiel auch vier Jahre, um damals mit dem ersten Harry Potter zu beginnen). Nun war mir aber nach einem Thriller und nach der ersten halben Seite war ich an dieses Buch gefesselt!

Die Spannung entsteht wirklich schon ganz am Anfang, und zieht sich durch das komplette Buch. Stieg ich aus der Bahn aus, konnte ich das Buch nicht beiseite legen, sondern las mit dem Buch vor der Nase während dem Gehen weiter. Die Handlung, die Melanie Raabe sich ausgedacht hat, ist für mich total neu. Eine fantastische Idee!

Den Schreibstil fand ich allerdings sehr gewöhnungsbedürftig. Zum einen gab es immer wieder Kapitel aus Linda Conrads neustem Buch, in dem sie über den Mord an ihrer Schwester schreibt. Die wären meiner Meinung nach überhaupt nicht nötig gewesen. Zum anderen war ich irgendwann genervt von vielen Sätzen in den anderen Kapitel. Die Gedanken der Hauptfigur sind oftmals banale Feststellungen und die Sätze wirken hingeklatscht, mir fehlen eine gewisse Ästhetik in der Sprache und Nebensätze.  Extrem genervt war ich irgendwann von Sätzen wie diesem:

Das Stockholm-Syndrom bezeichnet ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu den Tätern aufbauen. Ich weiß solche Dinge. Ich hatte in den letzten zehn, elf Jahren viel Zeit, um zu lesen.

Die jeweilig beschreibene Tatsache ist immer eine andere, aber jedes Mal handelt es sich um recht banale Dinge, die die meisten Menschen mit einem halbwegs guten Allgemeinwissen wissen. Dafür muss man nicht zehn Jahre sein Haus nicht mehr verlassen haben.

Insgesamt hatte ich eine unterhaltsame, spannende Lektüre. Die Handlung ist einfach großartig, auch wenn die Sprache so gar nicht meine war.

35 3/5 Sterne. Weitere Infos und Leseprobe.

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