Shani Boianjiu: Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst

9783462047554_10Ich las neulich im Spiegel einen Artikel von Zeruya Shalev über ihren Aufenthalt in Deutschland zur Vorstellung ihres neusten Buches. Ich war unterwegs und hatte mein Buch bereits durch, sodass ich unterwegs ein Neues kaufen musste. Inspiriert von Shalev hielt ich Ausschau nach einem Buch einer israelischen Autorin. Dies ist Shani Boianjius Debütroman.

Die Freundinnen Lea, Yael und Avishag sind zusammen in einem kleinen Dorf nahe der israelischen Grenze zum Libanon aufgewachsen und stehen an der Schwelle zum Erwachsensein. Sie sind zum einen noch sehr kindisch, zum anderen fühlen sie sich schon erwachsen.

Mich faszinierte vor allem der israelische Alltag der jungen Frauen, inmitten von Krieg und Bomben und Flüchtlingen. Trotz allem führen sie ein sehr normales Leben. Sie schwänzen die Schule, haben Streit mit ihren Eltern und wissen und wissen nicht, was sie in Zukunft machen wollen. Dann wieder schleichen sich ungewohnte Szenen ein. Die Mädels verbringen einen Nachmittag auf einem Hügel beim Handymast, weil es nur dort Empfang gibt. Im Bus wirkt ein Mitfahrer als könnte er ein Selbstmordattentäter sein und man setzt sich lieber um.

Nach etwa einem Drittel des Buches ist es soweit, dass die Mädchen zum Wehrdienst eingezogen werden. Fortan geht es um ihr Leben als Soldatinnen; am Grenzübergang, als Waffenausbilderin und bei der Dienstaufsicht. Auf der einen Seite sind viele Szenen normal. Junge Frauen hocken aufeinander, beginnen Affären und Beziehungen, machen sich Gedanken um ihre Zukunft. Doch auf der anderen Seite herrscht Krieg, die Frauen haben mit Waffen und Toten zu tun; Themen, die erwachsen sind. Was mich immer wieder störte, war auch hier die Naivität und Kindlichkeit der Protagonistinnen. Schließlich erfährt man auch noch, was mit den drei Freundinnen nach Ende ihrer Zeit beim Militär geschieht und wie die Zeit dort sie verändert hat.

Aus Sicht aller drei Mädchen wird abwechselnd erzählt, was teilweise sehr verwirrend ist, vor allem da es zwischendurch zusätzlich um ihre Kindheit und Jugend geht. Ich habe einige Male den Faden verloren und wusste nicht wirklich, wo ich gerade beim Lesen bin und um wen es geht. Doch letztlich bot mir das Buch einen tollen Einblick in das Leben israelischer Frauen und in ihre Militärzeit.

35

3/5 Sternen. Weitere Infos und Leseprobe.

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