Andreas Gruber: Rachesommer

rachesommer Ich wurde ein grosser Fan von Andreas Gruber durch Todesurteil, ein sehr empfehlenswerter Krimi. Er ist Österreicher und auch dieser Krimi spielt sowohl in Österreich als auch in Deutschland.

Evelyn Meyers ist Anwältin in Wien. Als ihr Kollege und Mentor ums Leben kommt, stellt sie einen Zusammenhang zwischen zwei weiteren angeblichen Unfällen her und ermittelt auf eigene Faust. Zur selben Zeit wird in Leipzig Kriminaloberkommissar Walter Pulaski zu einem Selbstmord in eine psychiatrische Klinik gerufen, der kein Selbstmord zu sein scheint.

Dass beide Fälle zusammen hängen ist klar; die Verbindung wird allerdings erst sehr spät aufgedeckt.

Ich fange mal mit Evelyn Meyers an. So wahnsinnig warm mit ihr wurde ich (noch) nicht, vielleicht liegt das aber auch einfach am Altersunterschied. Sie kommt recht kühl rüber, distanziert. Sympathischer fand ich da ihren guten Freund, den Privatdetektiv Patrick, der seit Ewigkeiten mit ihr ausgehen will. Würde sie sterben und Patrick ihren Platz in den Büchern einnehmen, es würde mir nicht viel ausmachen. Privatdetektive sind doch eh viel interessanter als Anwälte, oder?

Dafür finde ich die Morde, die sie aufdeckt, sehr interessant. Allesamt reiche, ältere Männer, deren Morde als Unfälle inszeniert werden. Hier hat Andreas Gruber Fantasie bewiesen!

Sehr sympathisch ist mir Polizist Pulaski. Er ist schon älter, leidet an starkem Asthma, ist alleinerziehender Vater einer zwölfjährigen und ein Einzelkämpfer. Und nicht unbedingt beliebt bei einigen Kollegen. Aber er hat einen sehr guten Instinkt für Verbrechen.

Sein Fall ist verstörender. Eine junge Frau soll sich in der Psychiatrie das Leben genommen haben. Sie lebte seit etwa einem Jahrzehnt in der Geschlossenen, leidete an einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung (multiple Persönlichkeit) und hat richtig heftiges in jungen Jahren erlebt. Andreas Gruber scheint sehr gut über die Diagnosen und Psychiatrien recherchiert zu haben.

Ein wenig Anstoß finde ich an Titel und Cover. Das Buch spielt Mitte September, es ist schon etwas kühler und stürmt auch mal. Allerdings beginnen die Morde schon im Sommer. Titel ist gerechtfertigt, es hätte aber sicher einen besseren gegeben. Das alte Cover (grün) passt sehr gut. Das neue (Rettungsring) gefällt mir nicht so sehr, auch wenn es inhaltlich passt.

Ein toller Krimi! Manchmal heftig, immer spannend! Ich freue mich schon sehr auf Racheherbst, in dem Meyers und Pulaski erneut ermitteln.

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5/5 Sternen. Weitere Infos und Leseprobe.

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2 Gedanken zu “Andreas Gruber: Rachesommer

  1. Hach, alle schwärmen bereits von diesem Buch, vor allem eben alteingefleischte Gruber-Fans. Ich hab von Andreas Gruber noch ein Buch auf meinem SuB liegen, hab aber bisher noch nichts von ihm gelesen, was ich scheinbar ganz dringend mal nachholen sollte 😀
    Eine schöne und lesenswerte Rezension hast du geschrieben, großes Lob

    Alles Liebe, Nelly

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