Bernhard Aichner: Totenhaus

Bernhard Aichner ist Österreicher und Autor verschiedener Krimis und Romane. Totenhaus ist die Fortsetzung von Totenfrau, den ich letztes Jahr gelesen habe. Ich fand Totenfrau sehr extrem und heftig, aber auch richtig gut!

Es ist zwei Jahre her, dass Blum die Männer tötete, die ihren Mann auf dem Gewissen hatten, sie zerstückelte und in die Särge anderer Verstorbener packte. Durch einen unglücklichen Zufall wurde eines dieser Gräber nun geöffnet und man fand einen Kopf und zwei Beine zu viel im Sarg. Einzige Verdächtige der Polizei: Bestatterin Blum.

Zeitgleich ist Blum mit ihren Töchtern im Urlaub, als ihr eine Fotografie in einer Zeitung in die Augen fällt. Ein Künstler präpariert Leichen auf obskure Art. Diese Wanderausstellung tourt derzeit durch Österreich. Auf dem besagten Foto befindet sich eine Frau, die Blum zum Verwechseln ähnlich sieht. Bildet Blum sich die Ähnlichkeit nur ein? Hatte sie eine Schwester, von der sie nichts wusste? Blum begibt sich auf Spurensuche…

Ich war schon letztes Jahr total begeistert von Totenfrau. Noch nie hatte ich einen Thriller gelesen, der mir so an die Nieren ging, den ich so heftig fand – was wohl vor allem an den krassen Mord-, Folter- und Sexszenen lag. Totenhaus ist sehr viel milder, aber kein bisschen weniger spannend!

Ein großes Lob verdient der Verlag btb! Das Buch hat eine großartige Qualität. Satz, Leineneinband, sich wiederholende Farbgebung, Schriftart – alles fantastisch! Einziges winziges Manko (auf ganz, ganz hohem Niveau!): Die Opazität des Papieres und die fehlende Fadenbindung. Hätte man sich dafür entschieden, wäre das Buch aber sicherlich nochmal um die drei Euro teurer geworden. Trotzdem: Nur das Buch in den Händen zu halten und aufzuschlagen war schon toll! Hier ein Beispiel der ersten Seite:

totenhaus

Es ist sicher empfehlenswert, zuerst den ersten Teil gelesen zu haben. Etwa die Hälfte der Charaktere kommen in beiden Büchern vor (wenn man nur die berücksichtigt, die beide Teile überleben, sind es sogar noch mehr!). Und es ist sicher hilfreich, Blums Vorgeschichte genau zu kennen. Allerdings ist der erste Teil wie schon erwähnt um einiges heftiger!

Etwas schade fand ich, dass wir von Blums Alltag als Bestatterin nichts mehr mitbekommen, da sich ein Großteil des Buches in einem Hotel in Deutschland abspielt. Dafür wartet Totenhaus mit allerlei überraschenden Wendungen auf. Beziehungsweise es sind nicht wirklich Wendungen. Aichner spielt eher mit Leser und sorgt dafür, dass man sich nie sicher ist. Genau wie Blum zweifelt man irgendwann: Kann man dem Bauchgefühl trauen? Ist dieser Mensch nun gut oder böse?

Totenhaus zu Lesen hat mir sehr viel Spaß gemacht! Es fiel mir unglaublich schwer Pausen zu machen, da es einfach unheimlich spannend war. Ich hoffe auf einen dritten Teil 2016!

55 5/5 Sternen. Weitere Infos und Leseprobe.

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2 Gedanken zu “Bernhard Aichner: Totenhaus

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