Ruta Sepetys: Ein Glück für immer

ein glück für immer Und in mir der Unbesiegbare Sommer, der erste Roman von Ruta Sepretys, deren Vater von Litauen nach Amerika auswanderte, erzählt die Geschichte eines litauischen Mädchens, die mit ihrer Familie 1941 in ein sibirisches Arbeitslager verschleppt wird. Ihr zweiter Roman Ein Glück für immer, erschienen bei Königskinder, spielt erneut in der Vergangenheit, allerdings im New Orleans der 50er Jahre.

Die fast achtzehnjährige Josie musste früh selbstständig werden. Ihre Mutter ist Prostituierte und kümmerte sich immer nur um sich selbst. Mit acht bezog sie ein eigenes Zimmer über einer Buchhandlung, in der sie seitdem auch aushilft und eng mit dem gleichaltrigen Sohn des Besitzers befreundet ist. Außerdem putzt sie in dem Bordell, in dem ihre Mutter lebt und arbeitet. Die Besitzerin Willie, normalerweise mürrisch und streng, nahm sie unter ihre Fittiche, immer bemüht, sie von den Kunden fernzuhalten.

Josie stellt sich nun die Frage, ob sie es sich leisten kann, ein College zu besuchen, als ein attraktiver Herr die Buchhandlung betritt und sich mit ihr unterhält. Wie immer, wenn sie einen reicheren, intelligenten Mann trifft, stellt sie sich vor, dass dies ihr (ihr unbekannter) Vater sein könnte. Am nächsten Tag hört sie allerdings, dass er in der letzten Nacht ermordet worden ist. Beim Putzen im Bordell findet sie dann seine Armband unter dem Bett ihrer Mutter. Haben sie und ihr furchtbarer neuer Freund etwa etwas mit dem Mord zu tun? Und wird sie am Ende aufs College gehen können und vielleicht sogar ihre erste Beziehung haben?

Ein Glück für immer ist ein fantastisch geschriebener Roman für ältere Jugendliche und Erwachsene. Ruta Sepetys schafft es ganz wunderbar die damalige Zeit zu beschreiben, sodass man die Personen und Straßen vor sich zu sehen glaubt. Der Mordfall und ihre eigenen Ermittlungen bringen Spannung, doch auch Josies Lebensumstände sind wahnsinnig interessant. Sie ist ein so intelligentes Mädchen, und ein so guter Mensch, dass man sich regelmäßig wünscht, sie wäre in eine gute Familie geboren worden. Auch alle anderen Charaktere sind sehr interessant, allen voran die Bordellbesitzerin Willie, deren Figur Norma Wallis nachempfunden wurde, die über vierzig Jahre lang das erfolgreichste Bordell Louisianas führte. Ein ganz wunderbares Buch, das einen mitfühlen lässt und einen Einblick in die Unterschicht des amerikanischen Südens der 50er Jahre gibt.

55 5/5 Sternen. Weitere Infos und Leseprobe.

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